Orthopädie

Den Bewegungsapparat „aufrecht erziehen“

Von Dr. Gerhard Ascher, Facharztzentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie im Gewerbepark Regensburg

Die Orthopädie befasst sich mit der Erkennung, Behandlung und Verhütung von angeborenen oder erworbenen Form- und Funktionsstörungen und Erkrankungen oder Unfallfolgen des Haltungs- und Bewegungsapparates. Der moderne Orthopäde und Unfallchirurg kümmert sich damit um das riesige Feld von Krankheiten und Verletzungen der Knochen, Gelenke, Bänder, Bandscheiben, Muskeln und Sehnen und deren Zusammenspiel sowie um die zunehmenden Altersverschleißschäden an Armen, Beinen und der Wirbelsäule.

Angeborene Erkrankungen wie der Schiefhals, der Klumpfuß oder die Hüftgelenksverrenkung betreffen bereits Säuglinge nach der Geburt. Skoliosen und Haltungsschäden entwickeln sich vor allem in den schnellen Wachstumsphasen des Kleinkindes und Jugendlichen. Jüngere Erwachsene sind häufig von Sportverletzungen und Arbeitsunfällen betroffen, leiden aber auch an bereits möglichen Überlastungsschäden und beginnendem Verschleiß der Bandscheiben oder Gelenke bei entsprechender familiärer Veranlagung. Die zunehmende Alterung und der gestiegene Anspruch an Lebensqualität und Mobilität bedingen einen enormen Anstieg der Nachfrage nach Arthrosebehandlung, nach Vorbeugung und nach aufwendigen Operationen. Hierzu zählen beispielsweise die schonenden arthroskopischen Gelenkeingriffe, die künstlichen Gelenke an Hüfte und Knie, die Erweiterung der Spinalstenose (Wirbelkanalenge), die Sehnenwieder herstellung an der Schulter und die Gewebsregeneration durch Knorpelersatz.

Die Erkrankung eines Körperteils darf nicht isoliert gesehen werden. Ziel der Orthopädie ist es, auch das gestörte Gleichgewicht der Muskelketten, der Belastungsachsen und der Bewegungsabläufe wiederherzustellen.

Schmerzen und Muskelschwächen oder Verspannungen wirken sich immer auf die Nachbargelenke und Ersatzmuskelgruppen aus. Diese müssen den Mangel ausgleichen und werden schließlich überfordert. Hieraus ergeben sich weitere Schmerzorte, oft fernab der ursprünglichen Störung, in Muskulatur, an Sehnen und Bändern sowie in Nervenstrukturen. Verletzungen, Operationen und chronische Erkrankungen bedürfen deshalb einer intensiven Begleit- und Nachbehandlung (Rehabilitation) und einer engen Kooperation zwischen Arzt, Physiotherapeut (Krankengymnast), Orthopädietechnik und angeleiteter Trainings therapie. Auch die Ernährungsberatung und psychosomatischen Behandlungsverfahren besitzen einen festen Stellenwert.

Ganzheitliche Sicht auf den Patienten auch in der Orthopädie unumgänglich

Zu den in der Orthopädie behandelten Krankheitsbildern zählen unter anderem:

  • Arthritis
  • Arthrosen
  • Aseptische Knochennekrosen wie Morbus Perthes, Morbus Scheuermann
  • Bänderrisse, z. B. Außenbandruptur Sprunggelenk oder Kreuzbandrisse Kniegelenk
  • Bandscheibenvorfall
  • Coxarthrose (Hüftarthrose)
  • Epicondylitis humeri radialis (Tennis-Ellenbogen)
  • Fersensporn
  • Frakturen (Knochenbrüche)
  • Gelenkinfektionen
  • Gonarthrose (Kniegelenksverschleiß)
  • Hexenschuss
  • Hüftdysplasie
  • Impingementprobleme Hüfte/Schulter
  • Ischialgie
  • Kalkschulter
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Klumpfuß
  • Knochenmetastasen
  • Luxationen (Patellarluxation, Schulterluxation)
  • Muskelverletzungen
  • Osteoporose
  • Pseudarthrosen
  • Sehnenverletzungen (Achillessehne, Patellasehne, Supraspinatussehne, Bizepssehne u. a.)
  • Skoliose
  • Spinalstenose (Wirbelkanalenge)

Wie viele andere medizinische Fachrichtungen auch, ist die Orthopädie einer rasanten Weiterentwicklung unterworfen. Wurden in den 80er-Jahren minimalinvasive Operationstechniken lediglich bei Kniespiegelungen eingesetzt, sind diese heutzutage Standard. Die Mehrzahl unserer Körpergelenke wie Schulter, Hüfte, Sprunggelenke, Fuß und Hand werden zwischenzeitlich vorrangig arthroskopisch mithilfe von Optiken und Ministichen versorgt. Auch Endoprothesen erfordern nur noch kleine Zugangswege. So wird die Gewebstraumatisierung gering gehalten, während mit den entsprechenden Navigationsgeräten bei Operationen Schnitte optimal positioniert werden können. Die positiven Folgen für die Patienten liegen dabei auf der Hand: Die Erholungs- und Rehazeiten werden deutlich verkürzt, der Schmerzlevel entscheidend verringert. Bestes Beispiel sind die häufig notwendigen Kreuzbandoperationen, die durch die neuen Techniken in weit über 90 Prozent der Fälle zu stabilen und wieder voll belastbaren Kniegelenken führen. Folge ist neben einer hohen Patientenzufriedenheit eine deutlich gestiegene Nachfrage, die sicher nicht auf eine mancherorts unterstellte Operationswut der Ärzte zurückzuführen ist. Zudem sind heute immer mehr Operationen ambulant durchführbar – Stichwort: kurze Verweildauer, wobei die stationären Einrichtungen über Verträge mit den Krankenkassen in dieses System integriert sind. Ein weiteres Merkmal guter Orthopädiepraxen ist die Wertschätzung von konservativen Behandlungsmethoden. Es sollte keinesfalls vorschnell operiert werden. Kann ein Eingriff ohne Gefährdung vermieden werden, ist der Patient immer im Vorteil. Auch bei bester Ausbildung und Vorsorge sind Komplikationen in geringer Zahl nicht vermeidbar. Zu erfolgreichen konservativen Therapien gehören unter anderem die innovative radiale und fokussierte Stoßwellentherapie und die körpereigene Blutbehandlung von Muskel- und Sehnenverletzungen, die den Heilungsprozess erheblich verkürzt. Auch die Osteopathie im Bereich der Krankengymnastik, chronische Schmerztherapien oder die chinesische Akupunktur spielen in der Orthopädie inzwischen eine nicht unerhebliche Rolle. Hier ist unglaublich viel in Bewegung.

Dr. Gerhard Ascher

ist Facharzt für Orthopädie und ein weithin anerkannter Spezialist für das Kniegelenk und die Wirbelsäule.

Zu seinen Schwerpunkten gehören seit über 25 Jahren die arthroskopische Gelenkchirurgie, insbesondere Kreuzband-, Meniskus- und Knorpeloperationen, Injektionsbehandlungen, die Manuelle Medizin und das konservative Wirbelsäulenmanagement.

Dr. Ascher verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Betreuung von Spitzensportlern und übt im Eden Reha-Zentrum in Donaustauf eine Lehrtätigkeit im Bereich Sportphysiotherapie und Manuelle Medizin aus.

Orthopädische Gemeinschaftspraxis Dr. Ascher & Kollegen
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