Schlafmedizin

Erholsamer Schlaf regeneriert Körper, Geist und Seele

Von Dr. med. Bernd Herberger, Facharzt für Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Schlafmedizin, Somnologie (DGSM)

Dr. med. Bernd Herberger, ProSomno

ProSomno – Klinik zur Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen Ärztlicher Direktor: Dr. med. Bernd Herberger, Facharzt für Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Schlafmedizin, Somnologie (DGSM)

Jeder Mensch schläft etwa ein Drittel seines Lebens. Die Evolution hat den Schlaf zu einem extrem effizienten Regenerationsvorgang für Körper, Geist und Seele des Menschen entwickelt. Dabei ist das Schlafbedürfnis jedes Menschen individuell sehr unterschiedlich. Während zum Beispiel Napoleon angeblich nur vier Stunden Schlaf benötigte, musste Albert Einstein mindestens neun Stunden schlafen, um einigermaßen leistungsfähig zu sein. In Deutschland beträgt die mittlere individuelle Schlafdauer aktuell sieben Stunden und 17 Minuten Es kommt aber nicht nur auf die Dauer des Schlafes an, sondern auf den persönlichen Schlafrhythmus. Schlafmediziner unterscheiden dabei zwei Typen: Lerchen gehen früh ins Bett und stehen früh auf, Eulen sind später dran.

Egal ob Lerche oder Eule – der eigene Rhythmus ist genetisch festgelegt und lässt sich nur um wenige Stunden verschieben. Er sollte möglichst beibehalten werden. Eine dauerhafte Veränderung kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Erholsamer Schlaf ist für jeden Menschen die Voraussetzung zur körperlichen und geistigen Regeneration und Leistungsfähigkeit. Wer in einem Zeitraum von mindestens vier Wochen drei- bis viermal wöchentlich nicht ein- oder durchschlafen kann und sich tagsüber stark beeinträchtigt fühlt, sollte einen Arzt aufsuchen.

Schlafstörungen können das Immunsystem und die kognitive Leistungsfähigkeit beeinträchtigen, zu muskulären Verspannungen führen und das Reaktionsvermögen vermindern. Dauerhafter Schlafmangel kann zu gesundheitlichen Schäden führen und zahlreiche Krankheiten begünstigen wie Depressionen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes mellitus und Übergewicht. Schlafstörungen werden andererseits oft durch bereits vorhandene Erkrankungen wie nächtlicher Atemstillstand, Herzinsuffizienz, Bluthochdruck oder dem Restless-Legs-Syndrom getriggert.

Was die Forschung weiß

Bislang sind rund 40 verschiedene Ursachen zur Entstehung von Schlafstörungen und etwa 85 behandlungsfähige Diagnosen von Schlafstörungen bekannt. Entsprechend der vielfältigen möglichen Ursachen, Schlafstörungen zu beurteilen, werden Kriterien der inneren Medizin, der Neurologie, der Psychiatrie und Psychotherapie, eine Hals-Nasen-Ohren-Untersuchung sowie nach Notwendigkeit diagnostische Spezialuntersuchungen angewandt. Aktuelle Forschungsergebnisse belegen, dass das menschliche Gehirn unterschiedliche Schlafphasen nutzt, um tagsüber aufgenommene Inhalte zu verarbeiten und zu speichern. Dazu gehören etwa Sinneseindrücke, Informationen oder motorische Abläufe. Auch das Immunsystem und das Stoffwechselgeschehen werden in ihrer Funktion in hohem Maße vom Schlaf, seiner Qualität und Dauer gesteuert. Die moderne Schlafmedizin ist in der Lage, die einzelnen Schlafphasen zu untersuchen und je nach Fall daraus entsprechende therapeutische Schritte abzuleiten.

Ein erholsamer Schlaf bringt einen erheblichen gesundheitlichen Benefit. Nur im Tiefschlaf wird das Hormon Somatotropin, auch als Wachstumshormon bekannt, ausgeschüttet. Es ist für die Regeneration der Zellen und unter anderem für den Hautturgor sehr bedeutsam. Somit beugt gesunder Schlaf der Hautalterung vor und stellt ein natürliches Anti-Aging-Programm dar. Wer ungestört träumen kann und dabei noch seine Emotionen verarbeitet, wacht erholt wieder auf, ist zufriedener und ausgeglichener.