Nasenatmung

Nasenatmungsbehinderung: Viele Ursachen – unterschiedliche Folgen

Von Dr. Wolfgang Bierl, Facharzt für HNO-Heilkunde

Dr. med. Wolfgang Bierl

Die behinderte Nasenatmung (NAB) ist ein häufig auftretendes Beschwerdebild, das mehrmals täglich im Praxisalltag beklagt wird. Die Folgen können je nach Schweregrad und Dauer nicht unerheblich sein. Die Nasenschleimhaut dient der Erwärmung, Reinigung und Befeuchtung der Luft. Bei einer Nasenatmungsbehinderung kommt es unwillkürlich zu einer vermehrten Mundatmung. Dies führt zur Austrocknung der Mund- und Rachenschleimhaut, zu einer zähen Verschleimung und einem erhöhten Risiko einer Halsentzündung.

Die ebenfalls damit einhergehende verminderte Belüftung der Nasennebenhöhlen sowie des Mittelohrs (über die Ohrtrompete im Nasenrachenraum) kann akute und chronische Entzündungen der jeweiligen Organe nach sich ziehen. Die verstopfte Nase ist nicht selten der Auslöser nächtlicher Schnarchgeräusche, gelegentlich einhergehend mit Atemaussetzern (obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom). Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist bei der Nasenatmungsbehinderung eine mögliche Abnahme des Riechvermögens, worunter die Lebensqualität doch erheblich leidet.

Gründliche Diagnostik

Die Ursachen einer Nasenatmungsbehinderung sind vielfältig. Häufig liegen anatomische Engstellen durch Formfehler der inneren und äußeren Nase, zum Beispiel eine Nasenscheidewandverbiegung, vergrößerte Nasenmuscheln oder eine Schiefnase, den Beschwerden zugrunde. Es können aber auch akute, chronische oder allergische Entzündungen der Nasen- und Nasennebenhöhlen vorliegen. Nebenwirkungen von Medikamenten, ein Fremdkörper in der Nase (meist einseitig, vor allem bei Kindern) und in seltenen Fällen auch tumoröse Veränderungen müssen abgeklärt werden.

Deswegen ist neben der gezielten Anamnese eine sorgfältige klinische und apparative Diagnostik, wie etwa ein Allergietest, eine Nasenatmungsanalyse (Rhinomanometrie), eine Sonografie und Computertomografie der Nasennebenhöhlen sowie eine Schlafatmungsanalyse, unerlässlich.

Radiofrequenztherapie als Standardverfahren

Können die Beschwerden durch eine intensive Nasenpflege und medikamentöse Therapie nicht dauerhaft und ausreichend behandelt werden, ist in einigen Fällen ein operativer Eingriff unumgänglich. Bei der häufigsten Ursache einer behinderten Nasenatmung, den vergrößerten unteren Nasenmuscheln, hat sich die Radiofrequenztherapie (RFT) als Standardverfahren etabliert. Der große Vorteil der RFT im Vergleich zu anderen Verfahren ist die Gewe - befreundlichkeit, da es nur zu einer minimalen Hitzeeinwirkung im benachbarten Gewebe kommt und keine großen Wundflächen verursacht werden. Dies erhöht die chirurgische Präzision, verkürzt die postoperative Heilungsphase und verringert somit postoperative Schmerzen. Der Eingriff kann somit ambulant und in Lokalanästhesie problemlos durchgeführt werden.