Fachbeitrag Augenheilkunde

Der Beginn eines neuen Zeitalters: Die Laserbehandlung des Grauen Stars

Von Prof. Dr. Andreas Remky und Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Herrmann

Sehen bedeutet Unabhängigkeit und gute Lebensqualität. Doch das ist uns meist gar nicht bewusst. Ist das Sehvermögen jedoch beeinträchtigt, bemerken wir, wie wichtig gutes Sehen zur Bewältigung unseres Alltags ist.

Das Auge – ein kleines Organ mit komplexer Struktur und Funktion

Betrachten wir das Auge in seinem Aufbau und seiner Funktion, kann es mit Fug und Recht als Wunder der Natur bezeichnet werden. Unsere Augen vollbringen permanent Höchstleistungen, denn sie nehmen pro Sekunde mehr als zehn Millionen Informationen auf und unterscheiden dabei zwischen 600.000 verschiedenen Farbtönen. Hornhaut und Linse, die sich an der Vorderseite des Auges befinden, wirken dabei eng zusammen und bündeln die einfallenden Lichtstrahlen auf der Netzhaut im Punkt des schärfsten Sehens, der sogenannten Makula. So entstehen Bilder, die über den Sehnerv blitzschnell an das Gehirn weitergeleitet werden und uns so das Sehen ermöglichen. Kurz- und Weitsichtigkeit entstehen dadurch, dass ein Missverhältnis zwischen der Brechkraft von Hornhaut und Linse und der Länge des Augapfels besteht. Dadurch werden einfallende Lichtstrahlen nicht exakt am Punkt des schärfsten Sehens gebündelt.

Auch das Auge bleibt vom Altern nicht verschont

Das Lebensalter kann ein entscheidender Faktor für die Veränderung der Sehkraft sein. In jungen Jahren ist das Auge in der Lage, die Form der Augenlinse so zu verändern, dass Objekte scharf abgebildet werden, egal in welcher Entfernung sie sich befinden. Ab dem 40. Lebensjahr beginnt die Sehkraft nachzulassen. Es entsteht die sogenannte Alterssichtigkeit (Presbyopie). Die Ursache liegt am altersbedingten Elastizitätsverlust der Linse, der dazu führt, dass Objekte in der Nähe nicht mehr exakt fokussiert werden können. Im Laufe des Lebens kommt es außerdem zu einer zunehmenden Trübung der Augenlinse (grauer Star oder Katarakt). Dadurch trübt sich der Blick ein und betrachtete Objekte erscheinen verschwommen und wie durch einen Schleier. Therapeutisch hilft bei Altersweitsichtigkeit eine Lesebrille, beim grauen Star hingegen muss die getrübte Linse chirurgisch entfernt und durch eine klare Kunstlinse ersetzt werden. Im Rahmen dieser Operation können gleichzeitig auch Fehlsichtigkeiten ausgeglichen werden. Die Kataraktoperation gehört weltweit zu den häufigsten und wirksamsten chirurgischen Eingriffen und kann meist ambulant durchgeführt werden.

Wenn die Netzhaut Verschleißerscheinungen zeigt

Im hinteren Bereich des Auges, direkt in der Netzhaut, befindet sich der „gelbe Fleck“, die sogenannte Makula, die den Punkt des schärfsten Sehens darstellt. Und gerade sie, die ein Leben lang Höchstleistungen erbringen muss, ist besonders anfällig für Verschleißerscheinungen.

Ist die Makula altersabhängig degeneriert, erscheinen betrachtete Dinge plötzlich verzerrt oder verschwommen und entziehen sich zum Teil sogar ganz dem Blick. Auch Farben erscheinen blass und ausgewaschen. Augenärzte unterscheiden bei der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) zwischen einer trockenen und einer feuchten Form. Betroffen sind in Deutschland etwa 4,5 Millionen Menschen, wobei bei über 85 Prozent eine trockene AMD vorliegt. Bei ihnen bilden sich Ablagerungen und es kommt zum Funktionsverlust der Zellschicht (retinales Pigment-epithel) im Auge, die für die Ernährung der Netzhaut zuständig ist.

Seltener, aber weitaus schwerwiegender ist die feuchte AMD. Diese entwickelt sich meist aus einer trockenen AMD heraus. Auch bei der feuchten AMD kommt es ebenfalls zu Veränderungen des retinalen Pigmentepithels . Der Zellverbund bricht auf und neue Blutgefäße, die jedoch undicht sind, schieben sich unter die Netzhaut und heben diese ab. Die Folge können Einblutungen und Flüssigkeitsansammlungen in der Makula sein (sogenanntes Makulaödem), die dazu führen, dass sich das Sehvermögen drastisch verschlechtert.

Um die AMD diagnostizieren zu können, greifen Augenärzte heute auf modernste Techniken und Untersuchungsverfahren zurück, sodass heute sowohl eine Frühdiagnose möglich ist als auch gute Therapiemöglichkeiten bestehen. Eine ebenfalls sehr häufige Augenerkrankung ist der grüne Star (Glaukom), an dem in Deutschland etwa eine Million Menschen leiden. Der grüne Star verläuft in der Regel völlig schmerzfrei, sodass er von Betroffenen meist relativ spät wahrgenommen wird. Als Folge der Erkrankung kommt es zu einer zunehmenden Einengung des Gesichtsfeldes. Das Glaukom steht meist in engem Zusammenhang mit einem erhöhten Augeninnendruck, kann jedoch auch als Niederdruckglaukom bei normalem oder niedrigem Augeninnendruck auftreten. Therapiert werden kann oft medikamentös mit Augentropfen, in schwerwiegenden Fällen kann aber auch eine Operation die Therapie der Wahl sein.

Innovative Technik und größte Expertise – Operieren ohne Messer

Für die Behandlung des Grauen Stars setzt die Augenklinik Regensburg als erstes Zentrum in der Oberpfalz einen Femtosekundenlaser ein. Dabei werden wichtige Schritte mit dem Laser durchgeführt – und damit viel präziser, als die menschliche Hand es je könnte. Studien belegen eine höhere Sicherheit und Genauigkeit gegenüber der manuellen Operationsmethode mit Laserchirurgie. Durch den Einsatz des Femtosekundenlasers ist es in vielen Fällen möglich, eine Verringerung oder sogar den Ausgleich einer Hornhautverkrümmung zu erreichen.