Fachbeitrag Rehabilitation

Im Fokus der Rehabilitation stehen Ganzheitlichkeit und Teilhabe

Von Dr. med. Thomas Hirn, Orthopäde und Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin

Dr. med. Thomas Hirn

Im alltäglichen Sprachgebrauch werden die Begriffe „Reha“ und „Rehabilitation“ ziemlich inflationär verwendet und nicht immer ist klar, was jeweils damit gemeint ist.

Die Leistungen der „Rehabilitation“ umfassen allgemein ein komplexes Feld unterschiedlichster Maßnahmen, abhängig von den individuellen Erfordernissen eines Patienten und seiner Erkrankung. Die verschiedenen Kostenträger, also die privaten und gesetzlichen Krankenkassen, die Berufsgenossenschaften und nicht zuletzt die Rentenversicherung haben teilweise sehr unterschied liche Instrumente und Strukturen geschaffen, um die gesetzten Ziele zu erreichen.

Leider ist das manchmal mit viel Bürokratie für die Leistungser brin ger, die Patienten und uns Ärzte verbunden. Aber fest steht auch – unser System ist Spitze und sucht seinesgleichen in Europa und sogar weltweit. Ausgehend von der Bismarck’schen Sozialgesetzgebung im 19. Jahrhundert, hat sich in Deutschland über viele Jahre ein gut funktionierendes Rehasystem entwickelt.

Mehr als die Wiederherstellung von Körperfunktionen

Ganz zentral geht es dabei um die Teilhabe, sowohl am Berufsleben, als auch am allgemeinen sozialen Leben. Dahinter steht ein ganzheitliches Verständnis von Gesundheit, das über die Herstellung von Körperfunktionen weit hinausgeht. Die drei Säulen der Rehabilitation – „Körperfunktion“, „psychische Faktoren“ und „soziales Umfeld“ – werden im sogenannten „biopsychosozialen Modell“ zu sammengefasst.

Umgangssprachlich bedeutet „Reha“ für die meisten Menschen, sich mit ihrem Leiden an einen nieder gelassenen Orthopäden zu wenden, um ein Rezept für Massage, Lymphdrainage, Manuelle Therapie, Krankengymnastik oder medizinische Trainingstherapie zu bekommen, welches man dann bei einem Physiotherapeuten einlöst. Neben orthopädischen Leiden werden auf diese Weise auch eine Reihe anderer Erkrankungen, zum Beispiel aus dem neurologischen oder internistischen Fachgebiet behandelt.

Rehazentren bieten hohe Therapieintensität

In manchen Fällen erfordert jedoch die Schwere der Erkrankung, beispielsweise bei chronischen Leiden oder nach größeren Operationen, eine höhere Therapieintensität. Diese setzt ein enges Zusammenwirken spezialisierter Therapeuten, Techniker, Psychologen und Ärzte voraus. Häufig ist auch die Beratung in sozialmedizinischen Fragen von großer Bedeutung, um das Rehaziel der Teilhabe zu gewährleisten.

Dieser komplexen Aufgabe nehmen sich neben großen Rehakliniken auch entsprechend ausgestattete ambulante Rehazentren an, die gemäß der Vorgaben der Kostenträger räumliche, technische und personelle Ausstattung vorhalten, um eine ganzheitliche, fachübergreifende Behandlung zu gewährleisten. Unser Partner Alpha-Reha bietet diesen ganzheitlichen Ansatz in ambulanter Form. Physio- und Ergotherapeuten sowie Spezialisten für Medizinische Trainingstherapie (MTT) bilden bei Alpha-Reha ein „Rehateam“, das regelmäßig die Therapien abstimmt und sämtliche relevanten Aspekte in die Behandlung einbezieht. Besonderer Fokus liegt außerdem auf der Patientenschulung, zu der beispielweise die Rückenschule und die Ernährungsberatung gehören. Der Präventionsgedanke gewinnt auch in der Rehabilitation zunehmend an Bedeutung.

Solche ambulanten oder stationären Rehamaßnahmen, im Volksmund auch „Kur“ genannt, werden vom Arzt, von der Rentenversicherung oder auch von den Krankenkassen eingeleitet. Nach Krankenhausaufenthalten kann bei bestimmten Erkrankungen oder nach Operationen auch eine Anschlussheilbehandlung (AHB) veranlasst werden. Ärztlich verordnet werden auch Maßnahmen wie Rehabilitationssport oder Koronarsport, die in Form von Gruppentraining Patienten zur Bewegung motivieren sollen.

alpha REHA
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