Fachbeitrag Prostatakrebsvorsorge

Prostatakrebsvorsorge: Eine harmlose, aber wichtige Untersuchung

Von Dr. Stephan Helmus, Facharzt für Urologie

Jeder Mann ab dem 45. Lebensjahr sollte einmal jährlich den Gang zum Urologen antreten, damit krankhafte Veränderungen an den urologischen Organen – dazu zählen die Niere, Blase, Prostata und der Hoden – frühzeitig und vor allem rechtzeitig erkannt werden. Viele Männer sind über eine urologische Vorsorgeuntersuchung nur unzureichend informiert.

Zu Beginn steht immer das Gespräch

Fragen zum Miktionsverhalten – also die Strahlqualität, begleitende Schmerzen oder auftretendes Brennen sowie zum nächtlichen Wasserlassen – liefern erste Informationen über die Prostata. Diese ist eine etwa kastaniengroße Drüse vor der Blase, die das Ejakulat produziert und die sich ab der Lebensmitte bei jedem Mann verändert und vergrößert. Die mikrobiologische Urinanalyse stellt ein weiteres wichtiges Diagnostik- Tool zum Ausschluss einer Entzündung dar.

Frühvorsorge senkt das Krebsrisiko

Bei der körperlichen Untersuchung werden die Nieren und die Blase mit Ultraschall untersucht und die verbleibende Urinmenge nach dem Wasserlassen (Restharn) gemessen. Die Prostata wird rektal mit dem Finger abgetastet und gibt dem Urologen Auskunft über die Größe, Konsistenz und Abgrenzbarkeit der Drüse. Diese Untersuchung wird immer vorsichtig durchgeführt und ist nicht schmerzhaft. Ergänzend sollte eine Blutuntersuchung zur Bestimmung der Aktivität des Prostatagewebes und zur exakten Größenbestimmung und Darstellung des Echomusters eine transrektale Ultraschalluntersuchung der Prostata durchgeführt werden. Mit Hilfe dieser Informationen kann der Zustand der Prostata sehr sicher beurteilt werden: von unauffällig über eine gutartige Vergrößerung bis hin zu einer abklärungsbedürftigen Veränderung. All dies lässt sich in zehn bis 15 Minuten abwickeln – eine Investition in Ihre Gesundheit, die sich wirklich lohnt.

Zu den Fakten und Einwänden

Urologische Tumore machen etwa ein Viertel aller Krebsdiagnosen in Deutschland aus. Jedes Jahr werden etwa 120.000 Neuerkrankungen festgestellt, mehr als die Hälfte davon sind Prostatakarzinome, gefolgt von Blasen- und Nierentumoren. Bei jedem sechsten Mann über fünfzig wird Prostatakrebs festgestellt, jeder 33. stirbt sogar daran. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs zu erkranken. Das Prostatakarzinom zählt zu den bösartigen Tumoren, wächst aber in der Regel langsam. Die meisten der heute entdeckten Prostataerkrankungen haben eine gute Prognose. Grund dafür sind eine zunehmend nachhaltige Früherkennung sowie verbesserte Behandlungsmöglichkeiten, die heute individuell, patientenbezogen und interdisziplinär festgelegt werden.

Eine kurze Anmerkung zum Schluss: Die Diskussion um den PSA-Wert und die Gefahr einer oft beschriebenen Übertherapie im Rahmen der Prostatavorsorge ist berechtigt, muss jedoch differenziert und stets individuell betrachtet werden. Tatsache ist, dass bösartige Veränderungen der Prostata in einem frühen Stadium fast ausschließlich über eine PSA-Erhöhung erkannt werden. Durch das PSA-Screening ist die Sterblichkeit am Prostatakarzinom in den USA um 35 Prozent, in Deutschland um 20 Prozent gesunken.

Ihr Urologe berät Sie gerne weiterführend. Bitte nutzen Sie auch die ausführlichen Informationsmöglichkeiten unserer Fachgesellschaft zum Thema Vorsorge: www.urologenportal.de/krebsfrueherkennung.html

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