Fachbeitrag Vasektomie (Sterilisation)

Vasektomie: Die Sterilisation des Mannes

Von Dr. Stephan Helmus, Facharzt für Urologie

Dr. Stephan Helmus

Ist die Familienplanung in der Partnerschaft abgeschlossen und besteht kein Kinderwunsch mehr, gibt es verschiedene Alternativen einer wirksamen und dauerhaften Verhütung. Der große Vorteil einer operativen Sterilisation der Frau oder des Mannes ist neben der großen Sicherheit der Verzicht auf die hormonbelastete Dauertherapie durch die Pille, ein Kondom oder die regelmäßig auszuwechselnde Spirale.

Ich möchte Ihnen im Folgenden die Sterilisation des Mannes als einen unkomplizierten, schmerzarmen, ambulanten und in circa 30 Minuten in Lokalanästhesie durchführbaren Eingriff vorstellen und empfehlen. Wesentlicher Bestandteil der Sterilisation ist neben dem Eingriff ein ausführliches Beratungsgespräch durch den operierenden Urologen, damit Sie sich gut informiert, perfekt betreut und sicher in Ihrem Entschluss fühlen.

Zur Methodik des Eingriffs

Durch die operative Freilegung der beiden Samenleiter am Hodensack und die Durchtrennung und Ent fernung eines circa ein Zentimeter langen Mittelstücks wird spermienfreies Ejakulat (Prostatasekret) gewonnen. Dabei werden die Samenleiterenden beidseitig sorgfältig verschlossen und in unterschiedliche Kompartimente am Hoden verlagert.

Eine schmerzfreie OP

Durch eine beidseitige Lokalanästhesie am Hodensack kann der Eingriff regelhaft problemlos ambulant und schmerzlos durchgeführt werden. Häufig sagen die Patienten danach: Ein Besuch beim Zahnarzt sei schlimmer. Nach zwei bis drei postoperativen Ejakulatp roben in vier- bis zwölfwöchentlichen Abständen ohne Spermiennachweis ist von Sterilität auszugehen.

Sterilität ohne Nachteile

Die Libido und Erektionsqualität sowie das Ejakulationsverhalten sind nach dem Eingriff unverändert. Auch das Volumen und die Konsistenz des Ejakulats bleiben subjektiv gleich. Und was viele nicht wissen: Auch nach der Vasektomie werden weiterhin Spermien produziert. Durch eine Punktion des Hodens beziehungsweise Nebenhodens können Spermien für eine künstliche Befruchtung gewonnen werden, auch eine operative Wiedervereinigung der Samenleiterenden ist möglich.

Wundkontrolle und Nachsorge

Eine Woche nach dem Eingriff werden die Fäden gezogen. Duschen ist ab dem ersten Tag nach der OP möglich. Durch standardisierte Abläufe wird sichergestellt, dass alle Patienten gleichermaßen und umfassend informiert, untersucht, operiert und auch nach der Operation engmaschig betreut werden.

Als weiterführende Informationsquellen empfehle ich Ihnen die Internetseiten des Berufsverbandes der Urologen sowie des Vasektomie-Expertennetzwerks mit über 80 regionalen Expertenstandorten:

www.urologenportal.de/sterilisation.html
www.vasektomie-experten.de

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