Fachbeitrag Hämatologie Onkologie

Qualitätszirkel Krebs und Sport: Die Lebensqualität steigt

Von Dr. med. Alexander Kröber, Dr. med. Catarina Stosiek, Dr. med. Robert Dengler und Dr. med. Tanja Zilch

Gemeinsame Aktivitäten holen Patienten aus der Isolation und fördern das Wohlbefinden Mit sportlicher Betätigung setzen Krebspatienten ein starkes Lebenszeichen gegen ihre Krankheit. Noch bis vor wenigen Jahren wurde Patienten empfohlen, sich während einer Krebsbehandlung – und auch danach – körperlich zu schonen. Heute schwören Fachleute auf den positiven Einfluss von sportlicher Aktivität auf Körper und Seele.

Bessere Prognosen, weniger Rückfallrisiko

Bewegung und Sport wirken erwiesenermaßen vorteilhaft auf die Vermeidung von Krebserkrankungen, verbessern die Prognose bei einer Erkrankung, mindern die Nebenwirkungen der Behandlungen, senken die Gefahr eines Rückfalls und steigern das Wohlbefinden von Tumorpatienten. Eine besondere Bedeutung hat dabei der Sport in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. Die Patienten kommen aus ihrer Isolation heraus und fühlen sich mit der seelischen Belastung durch die Krankheit nicht mehr so allein.

Hohe Qualitätsstandards

Um Tumorpatienten den Zugang zu einem individuell passenden Bewegungsprogramm zu ermöglichen, das außerdem hohe Qualitätsstandards erfüllt, haben Fachleute aus Regensburg und der Region den Qualitätszirkel „Krebs und Sport“ ins Leben gerufen. Ziel ist ein flächendeckendes Netzwerk mit maßgeschneiderten Angeboten, die für Betroffene aus Stadt und Landkreis gut erreichbar sind. Zu den Koordinatoren des Qualitätszirkels gehören unter anderem das Tumorzentrum, die Sporthochschule Regensburg, die Schwerpunktpraxis und Tagesklinik für Hämatologie und Onkologie, Vertreter der Psychoonkologie, verschiedene ortsansässige Sporttherapeuten, der Verein„RehaSport vor Ort“ und die Psychosoziale Krebsberatungsstelle Regensburg.

Maßgeschneidert für jeden Patienten

Die Teilnahme am Rehasport wird vom Arzt verordnet und von den Krankenkassen in der Regel mitfinanziert. In ausführlichen Gesprächen ermittelt der ausgebildete Therapeut zunächst das individuelle Leistungsfenster seines Patienten. Dabei wird jedes körperliche Defizit miteinbezogen, denn nicht jeder Sport ist für jeden Patienten gleich gut geeignet. Gleichzeitig wird der Patient ermutigt, sich auf die sportliche Aktivität einzulassen. Bewegung fördert die Sauerstoffaufnahme, stärkt Herz-Kreislauf-System und Muskeln, was sich letztlich positiv auf die Gesamtverfassung und damit die Lebensqualität auswirkt.

Von Hockergymnastik bis Sportgärtnern

Nach der Bestandsaufnahme wird ein passendes Angebot ausgesucht. Je nach Verfassung reicht das von Hockergymnastik über Sportausflüge – zum Beispiel die Besteigung des Ulmer Münsters – bis zu Ausdauersport. Wer sich nicht in der Lage fühlt, an Gruppenaktivitäten teilzunehmen, erhält einen individuellen Trainingsplan für zu Hause. Heilsam wirkt zum Beispiel auch Hausoder Gartenarbeit. Welcher Bewegungsart die Patienten sich auch immer zuwenden: Es sollte auf jeden Fall Spaß machen!

Schwerpunktpraxis und Tagesklinik für Hämatologie und Onkologie
Hildegard-von-Bingen-Straße 1
93053 Regensburg
Telefon: 0941 - 20603040