Elektrotechnik

Die Rolle der öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen des Elektrohandwerks

Von Ralph Schwabenbauer, Dipl.-Kfm. (Univ.), Elektromeister, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Elektrotechniker-Handwerk

Ralph Schwabenbauer

Immer wenn eine unabhängige fachliche Information oder Beratung benötigt wird – sei es vor Gericht oder auch außergerichtlich –, wenn ein Schaden beurteilt, eine Sache bewertet oder der tatsächliche Zustand eines Gegenstands zu Beweiszwecken festgestellt werden soll, wird der öffentlich bestellte Sachverständige benötigt.

Öffentliche Bestellung als Qualifikationsgarant

Die Bezeichnung „Sachverständiger“ allein bietet keine Gewähr für Qualität, denn sie ist gesetzlich nicht geschützt. Um also echte Experten von sogenannten selbst ernannten Sachverständigen abgrenzen zu können, sieht die deutsche Gesetzgebung die öffentliche Bestellung vor. Es empfiehlt sich, nur entsprechend geprüften und zertifizierten Sachverständigen – gemäß Paragraf 91, Abs. I, Ziffer 8 des Gesetzes zur Ordnung des Handwerks – zu vertrauen, die Gutachten für Gerichtliche Beweisaufnahmeverfahren, Privatpersonen, Abnahme und Rechnungsprüfung und Schiedsgutachten sowie für folgende Institutionen erstellen:

  • Gerichte
  • Behörden
  • Versicherungen
  • Firmen

Strenges Qualifizierungsverfahren

Zuständig für die öffentliche Bestellung und Vereidigung von Sachverständigen zur Überprüfung und Begutachtung von Handwerksleistungen sind die einzelnen Handwerkskammern. Die im Elektrohandwerk vereidigten Sachverständigen müssen vor ihrer Bestellung im Rahmen eines strengen Qualifizierungsverfahrens beim Landesinnungsverband für das Bayerische Elektrohandwerk ihre besondere Eignung unter Beweis stellen. Zugang zu dem entsprechenden Anerkennungsverfahren haben lediglich natürliche Personen, die unter anderem

  • elektrische Betriebsmittel und Anlagen hauptberuflich prüfen und hierfür ständig zur Verfügung stehen;
  • elektrische Betriebsmittel und Anlagen weder installieren, installieren lassen noch vertreiben oder die alternativ die Objektivität und Unabhängigkeit ihrer Sachverständigentätigkeit durch eine beurkundete öffentliche Bestellung und Vereidigung nachweisen können;
  • über ein abgeschlossenes Studium an einer Hoch- oder Fachhochschule verfügen oder alternativ als Elektromeister eine öffentliche Bestellung und Vereidigung als Sachverständiger des Elektroinstallateurhandwerks vorweisen können;
  • nach dem Studium in einer fünfjährigen praktischen Tätigkeit fundierte Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Elektrotechnik im Allgemeinen sowie der Installationstechnik im Besonderen erworben haben.

Sachverständige sorgen für Sicherheit

Sachverständige spielen auch eine wichtige Rolle, wenn es um die Sicherheit von Gebäuden und ihrer Bewohner geht. Denn etwa 30 Prozent der registrierten Brände sind auf Mängel in elektrischen Anlagen zurückzuführen und könnten durch eine gewissenhafte Überprüfung der fachgerechten Planung und Montage sowie einer regelmäßigen Instandhaltung durch einen qualifizierten Sachverständigen verhindert werden. Dies empfiehlt sich vor allem bei elektrischen Anlagen, bei denen die sogenannte Feuerklausel 3602 vertraglich vereinbart wurde – sowohl bei bestehenden elektrischen Anlagen als auch bei Einrichtungen, die noch in der Planungsphase sind. Die Tätigkeit des Sachverständigen wird dabei durch einen unabhängigen Dritten wie der VdS Schadenverhütung in Köln überwacht. Außerdem hat der Sachverständige regelmäßig an Schulungs- und Informationsveranstaltungen der VdS teilzunehmen.

Wenden Sie sich an die zuständige Kammer, wenn Sie einen öffentlich bestellten Sachverständigen benötigen.

Elektro Schwabenbauer
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