Reisekosten

Neuregelegung der Reisekostenvorschriften

Von Diplom-Kaufmann Stefan Wittmann, Steuerberater

Diplom-Kaufmann Stefan Wittmann

Mit Wirkung zum Veranlagungszeitraum 2014 hat der Gesetzgeber die Reisekostenvorschriften geändert. Betroffen sind dadurch auch die Fahrten des Arbeitnehmers zu seiner Arbeitsstelle. Im Rahmen der Neuregelung wurde der bisherige Begriff der „regelmäßigen Arbeitsstelle“ durch den Begriff der „ersten Tätigkeitsstelle“ ersetzt. Neu ist auch, dass der Begriff nun gesetzlich (§ 9 Abs. 4 EStG) definiert ist als ortsfeste betriebliche Einrichtung des lohnsteuerlichen Arbeitgebers, eines verbundenen Unternehmens oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten, der der Arbeitnehmer dauerhaft zugeordnet ist.

Entfernungspauschale

Der Abzug der Entfernungspauschale setzt nicht voraus, dass dem Arbeitnehmer tatsächlich Kosten entstanden sind. Angesetzt werden können als Werbungskosten 0,30 Euro je Entfernungskilometer, unabhängig von der Art des Verkehrsmittels. Somit können auch Fußgänger, Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln und Mitfahrer in Fahrgemeinschaften die Pauschale berücksichtigen.

Für die Berechnung der Entfernungspauschale ist die kürzeste Straßenverbindung maßgebend. Eine längere Strecke ist dann zu berücksichtigen, wenn sie offensichtlich verkehrsgünstiger ist. Dies ist dann der Fall, wenn der Arbeitnehmer seine erste Tätigkeitsstelle in der Regel schneller und pünktlicher erreicht. Die Pauschale kann für jeden Kalendertag nur einmal angesetzt werden.

Tatsächliche Kosten

Grundsätzlich ist die Höhe der tatsächlichen Aufwendungen bei der Berechnung der Werbungskosten unbeachtlich. Hiervon gibt es jedoch folgende Ausnahmen: Nutzt der Arbeitnehmer öffentliche Verkehrsmittel und sind die Aufwendungen höher als die Entfernungspauschale, so können die tatsächlichen Kosten berücksichtigt werden. Bei Flügen und bei Sammelbeförderung durch den Arbeitgeber können nur die Zahlungen des Arbeitnehmers angesetzt werden. Bei Arbeitnehmern mit Behinderung können, unter Berücksichtigung weiterer Voraussetzungen, die tatsächlichen Aufwendungen abgezogen werden.

Obergrenze

Für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ist die Entfernungspauschale auf einen Höchstbetrag von 4.500 Euro pro Jahr begrenzt. Der Betrag ist ein arbeitnehmerbezogener Jahresbetrag. Er ist auch dann nicht zu kürzen, wenn der Arbeitnehmer während des Jahres nur zeitweise beschäftigt ist oder wenn ein Arbeitgeberwechsel stattgefunden hat.

Nutzt der Arbeitnehmer sein eigenes oder ein zur Nutzung überlassenes Fahrzeug und führt die Berechnung der Entfernungspauschale zu einem Betrag von mehr als 4.500,00 Euro, so darf dieser angesetzt werden. Zu beachten ist, dass die Jahresfahrleistung durch geeignete Belege (Kilometerstände in Hauptuntersuchungsnachweisen, Kundendienstrechnungen usw.) zu dokumentieren ist.

Arbeitgeberzuschüsse

Von den ermittelten Werbungskosten für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sind steuerfreie und pauschal besteuerte Arbeitgeberleistungen abzuziehen. Die Kürzung erfolgt auch bei der Deckelung der Aufwendungen auf 4.500,00 Euro. Anzurechnen sind somit die pauschal besteuerten Fahrtkostenzuschüsse, die pauschal besteuerten geldwerten Vorteile bei Dienstwagen sowie das unentgeltlich oder verbilligt überlassene Jobticket.

Steuerkanzlei Wittmann
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