Allergologie

Allergologie der Atemwege

Von Dr. med. habil. Bernd Kemmerich, Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Allergologie

Dr. med. habil. Bernd Kemmerich

Allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen und allergisches Asthma bronchiale haben ihren Beginn meist in der Kindheit, Jugend oder im frühen Erwachsenenalter. Kinder unter 15 Jahren leiden zu zehn Prozent an Asthma bronchiale. Genetische Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle, Allergien werden von Generation zu Generation vererbt. Verantwortlich für allergische Erkrankungen ist eine Reaktion des Immunsystems auf unspezifische Stoffe unserer Umwelt wie Blütenstaub (Pollen), Hausstaubmilben, Tierhaare und Schimmelpilze. Folge ist eine heftige entzündliche Reaktion der Atemwegsschleimhäute (Nase, Bronchien) und der Bindehaut des Auges.

Mit den heutigen therapeutischen Möglichkeiten lassen sich zwar in den meisten Fällen allergische Atemwegserkrankungen nicht heilen, aber doch so weit kontrollieren, dass die Betroffenen ein weitgehend beschwerdefreies und damit aktives Leben führen können.

Zu den wichtigsten Therapiemöglichkeiten zählen systemisch (Tabletten) und örtlich wirksame Medikamente und die spezifische Immuntherapie (SIT). Wichtig ist die richtige Auswahl der Medikamente mit hoher Wirksamkeit und auch über Jahre und Jahrzehnte guter Verträglichkeit. Bei der SIT, die als Spritze oder sublingual (unter die Zunge) verabreicht werden kann, ist das Behandlungsziel eine Abschwächung der Immunreaktion auf ein Allergen sowie die Verhinderung des Etagenwechsels vom Heuschnupfen zum Asthma. Entscheidend für einen guten Behandlungserfolg dieser langwierigen Therapie ist die kritische Indikationsstellung und die Auswahl geeigneter Präparate mit gut dokumentierter Wirksamkeit.

Bei schweren Formen des allergischen Asthma bronchiale kann eine Zusatztherapie mit einem Antikörper erwogen werden, der das allergieauslösende, körpereigene Immunglobulin E neutralisiert. Diese Therapie ist meist gut wirksam, aber auch immer noch sehr teuer, sodass strenge Regeln für den Einsatz gelten.

Schlafstörungen – moderne Atemtherapiegeräte helfen
Schlafstörungen

Die Schlafmedizin (Somnologie) ist ein relativ junger Fachbereich in der Medizin. Durch die technischen Möglichkeiten, Biosignale aufzuzeichnen, konnte festgestellt werden, dass Schlaf nicht passive Erholung bedeutet, sondern ein aktiver Zustand ist, in dem viele vegetative und hormonelle...

Von Dr. med. Reinhard Erbes, Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Allergologie