Allergologie

Hilfe durch Hyposensibilisierung

Von Dr. med. Carolyn Krieg

Unter einer Allergie versteht man eine Überempfindlichkeit des Körpers auf normalerweise harmlose Stoffe. In den letzten 30 Jahren ist es zu einer rasanten Zunahme von Allergien gekommen. Man schätzt, dass etwa 20 bis 30 Prozent der deutschen Bevölkerung von einer Allergie betroffen sind. Am häufigsten treten die sogenannten Soforttyp-Allergien und Spättyp-Allergien auf. Hier werden nach Kontakt mit einem Allergen bestimmte Zellen im Körper aktiviert, die dann eine spezifische allergische Immunantwort hervorrufen.

Bei der Soforttyp-Allergie kommt es unmittelbar nach Kontakt mit dem auslösenden Stoff zu allergischen Beschwerden. Typische Vertreter sind Heuschnupfen, Nahrungsmittelallergien oder Insektengiftallergien. Bei der Spättyp-Allergie kommt es erst nach mehreren Stunden bis Tagen zu einer allergischen Reaktion, die sich häufig in Ekzemen oder Hautausschlägen äußert. Typische Vertreter sind Allergien auf Metalle oder Duftstoffe. Medikamentenallergien, zum Beispiel auf Penicilline können sowohl Soforttyp- als auch Spättyp-Reaktionen auslösen.

Anamnese ist das Herzstück

Herzstück der allergologischen Diagnostik ist die ausführliche Anamnese. Darüber hinaus stehen weiterführende Hauttestungen und eine große Anzahl von Bluttests zur Verfügung, mit denen Allergien zusätzlich eingegrenzt werden können.

Bei Verdacht auf Kontaktallergien werden mit Testsubstanzen wie Nickel oder mit Duftstoffen versehene spezielle Pflaster für zwei Tage am Rücken fixiert. Die Testreaktion wird dann am dritten Tag abgelesen. Ist eine Ekzemreaktion erkennbar, ist von einer Kontaktallergie auszugehen.

Als therapeutische Maßnahmen kommen neben der Meidung der auslösenden Stoffe verschiedene Medikamente und Therapien zum Einsatz. Für die medikamentöse symptomatische Therapie bei Heuschnupfen stehen heute zahlreiche, gut verträgliche Antihistaminika und wirksame Nasensprays und Augentropfen zur Verfügung.

Weniger Medikamente und neue Allergien

Darüber hinaus kann nach entsprechender Diagnosestellung eine spezifische Immuntherapie oder Hyposensibilisierung mit Allergenen erfolgen. Sie ist die derzeit einzige anerkannte kausale Behandlungsform für Allergien wie Heuschnupfen oder Insektengiftaller gien. Für die Hyposensibilisierung stehen subkutane (Injektionen) und für einige Allergieauslöser sublinguale (Tabletten oder Tropfen) Therapieformen zur Verfügung. Bei der klassischen subkutanen Hyposensibilisierung werden die entsprechenden Allergene unter die Haut injiziert. Dies geschieht anfangs wöchentlich und nach Erreichen einer sogenannten Erhaltungsdosis im Abstand von vier bis acht Wochen. Tabletten oder Tropfen können zu Hause täglich über mehrere Jahre eingenommen werden. Ziel ist es, den Körper an das Allergen zu gewöhnen und die Beschwerden der Allergie zu mildern. Wissenschaft liche Studien belegen, dass viele Patienten von der subkutanen Hyposensibilisierung profitieren. Neben einem reduzierten Medikamentenverbrauch konnte die Behandlung bei einer Vielzahl von Studienteilnehmern mit Heuschnupfen die Entstehung von Asthma und neuen Allergien verhindern.

Hautkrebsvorsorge besitzt besondere Bedeutung
Hautkrebs

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