Endodontie

Natürliche Zähne bis ins hohe Alter

Von Dr. Martina Lutzenberger, Zertifizierung im Fachbereich Endodontie, Zertifizierung Funktionsanalyse und -diagnostik, DROS®-Schienen-Therapie

Dr. Martina Lutzenberger

Eigene Zähne bis ins hohe Alter – wer möchte das nicht? Die Chancen dafür stehen gut: Dank des gestiegenen Gesundheitsbewusstseins achten die meisten Menschen auf eine zahngesunde Ernährung sowie auf eine sorgfältige Mundhygiene und gehen regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen. Studien zeigen, dass sich Karies in allen Altersgruppen zurückbildet.

Doch trotz Vorsorge können Schädigungen und Erkrankungen jeden treffen. Entzündet sich das Zahninnere (Pulpa), zum Beispiel durch tiefgehende Karies oder ein Trauma, können sich bakterielle Infektionen über die Wurzelkanäle bis zum Knochen des betroffenen Zahns ausbreiten. In solchen Fällen ist eine Wurzelkanalbehandlung (Endodontie) die Schlüsseldisziplin, um den Zahn zu erhalten, statt ihn zu ersetzen.

Wie läuft die Behandlung ab?

Nach vorbereitenden Maßnahmen folgt mit speziellen Instrumenten die Erweiterung und vollständige Reinigung der fein verästelten Strukturen der Wurzelkanäle bis in deren Spitzen. Während und nach der Reinigung wird das Wurzelkanalsystem mit verschiedenen Flüssigkeiten desinfiziert, um die Infektion aktiv zu bekämpfen. Der gereinigte Wurzelkanal wird bakteriendicht versiegelt.

Warum muss die Behandlung durchgeführt werden?

Eine nicht behandelte Infektion kann sehr schmerzhaft sein, eitrig werden und sogar eine „Auflösung“ des betroffenen Knochens zur Folge haben – es droht die Zahnentfernung. Durch eine frühzeitige, endodontische Behandlung kann der Zahn erhalten werden.

Ist die Behandlung schmerzhaft?

Der Eingriff wird in örtlicher Betäubung durchgeführt und verläuft in der Regel komplett schmerzfrei. In den ersten 24 bis 48 Stunden danach können Schmerzen auftreten, die aber durch gängige Schmerzmittel gut kontrollierbar sind.

Welche weiteren Vorteile hat die Endodontie?

Die endodontische Behandlung ist mit ihren sanften Techniken schonend für den Zahn und zugleich hocheffektiv. Der Gesamtorganismus wird wesentlich geringer belastet, als wenn der Zahn entfernt und zum Beispiel durch eine Brücke ersetzt werden würde, für die teilweise gesunde Zähne abgeschliffen werden müssen.

Wie viele Behandlungen sind notwendig?

Die Anzahl der Sitzungen ist vom Infektionsgrad des Zahns abhängig. In der Regel ist die Behandlung mit einem oder zwei Terminen von jeweils anderthalb bis zwei Stunden abgeschlossen. Eine Nachkontrolle nach drei bis sechs Monaten durch ein digitales Röntgenbild ermittelt und dokumentiert den Heilungserfolg.

Wie wird der Zahn im Anschluss versorgt?

Wurzelbehandelte Zähne mit ausgeheilter Infektion können genauso lange im Mund verbleiben wie gesunde Zähne – im Idealfall ein Leben lang. Um einen dauerhaften Erfolg der Behandlung zu gewährleisten und die Funktionsfähigkeit wieder voll herzustellen, ist eine prothetische Versorgung mittels einer Teil- oder Vollkrone unerlässlich. Zusätzlich sind röntgenologische Kontrolltermine sowie regelmäßig professionelle Zahnreinigungen nötig.

Wie hoch ist die Erfolgsaussicht einer Wurzelkanalbehandlung?

Die erfolgreiche Behandlung eines entzündeten Wurzelkanals erfordert viel Zeit, Erfahrung und Fachkenntnis. Wie bei jeder medizinischen Behandlung gibt es keine Erfolgsgarantie. Nach Angaben aktueller Studien haben endodontische Behandlungen eine Erfolgsaussicht von 75 bis 95 Prozent – sofern sie auf dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft ausgeführt werden.

Wie hoch sind die Kosten?

Die Kosten sind abhängig vom Schwierigkeitsgrad des Eingriffs, der Anzahl der nötigen Sitzungen und dem Zeitaufwand. Auch gibt es Unterschiede zwischen Erst- und Revisionsbehandlung. In der Regel muss der gesetzlich versicherte Patient die Kosten dieser Therapie selbst tragen. Vor der Behandlung erhält der Patient deshalb eine detaillierte Kostenaufstellung. Endodontisch behandelnde Praxen unterstützen in der Regel auch in Fragen der Finanzierung.

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FAL und DROS®

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Von Dr. Martina Lutzenberger, Zertifizierung im Fachbereich Endodontie, Zertifizierung Funktionsanalyse und -diagnostik, DROS®-Schienen-Therapie