Endoprothetik

Schulter-, Knie- und Hüftgelenk – enorm wichtig für die Beweglichkeit

Von Dr. Oliver Hans Eisele, Dr. Carl Peter Meschede, Dr. Christoph Volkering

Hüftgelenk

Das Hüftgelenk ist der zentrale Pfeiler unseres Beins. Es besteht aus dem proximalen Oberschenkel, dem Schenkelhals, dem Hüftkopf, der Gelenkpfanne, dem Labrum sowie der umgebenden stabilisierenden Bänder und Muskeln. Unfallereignisse, Fehlstellungen, altersbedingte Abnutzung, Durchblutungsstörungen oder eine rheumatische Erkrankung können zu einer Arthrose der Hüfte führen. Konservative Therapien umfassen physiotherapeutische Behandlungen zum Erhalt und zur Verbesserung der Beweglichkeit, bildwandlergesteuerte Infiltrationen mit entzündungshemmenden Medikamenten, eine Substitution mit Hyaluronsäure oder mit ACP (Autologes Conditioniertes Plasma).

Frühzeitig erkannt, kann eine Arthrose aufgehalten oder zumindest verzögert werden. Nach Ausschöpfen der konservativen Therapie kann bei einer Fehlstellung diese korrigiert, ein störender „Bump“ bei einem femoroacetabulären Impingement entfernt werden oder wenn fortgeschritten, wie am Kniegelenk, ein alloplastischer Gelenkersatz minimalinvasiv und damit muskelschonend eingebracht werden. Hier ist in der Regel auch spätestens am ersten Tag postoperativ eine Mobilisation unter schmerzadaptierter Vollbelastung möglich. Bewährte Hüftendoprothesen erlauben eine lange Standzeit von 15 bis 20 Jahren. Je nach Knochenbefund können die meisten Hüftprothesen mittlerweile zementfrei eingebracht werden. Nach einem Krankenhausaufenthalt von etwa einer Woche erfolgt die Weiterbehandlung in der Anschlussheilbehandlung. In der Regel kann nach Abschluss selbiger dann zu Hause bereits ohne Gehstöcke gegangen werden. Im weiteren Verlauf ist auch eine sportliche Aktivität mit einem künstlichen Hüftgelenk wieder möglich. Verschleißt nach Jahrzehnten das künstliche Hüftgelenk, können einzelne Bestandteile oder auch wenn nötig die gesamte Prothese getauscht werden, sodass erneut eine gute Mobilität erreicht wird.

Kniegelenk

Das Kniegelenk ist das am häufigsten verletzte Gelenk des menschlichen Körpers. Kontaktsportarten oder auch Verletzungen beim Wintersport sind hier oft ursächlich. Das Kniegelenk besteht aus der Oberschenkelrolle, dem Plateau des Unterschenkels, der Kniescheibe, dem Knorpelüberzug der Gelenkpartner und der Menisci, die eine entscheidende Funktion der Lastverteilung als Stoßdämpfer sowie der Propriozeption übernehmen. Das Gelenk ist bandgeführt, stabilisiert durch das Innenband, das Außenband, das vordere und das hintere Kreuzband. Das MPFL ist maßgeblich daran beteiligt, die Kniescheibe zu stabilisieren. Verletzungen der Strukturen führen zu schmerzhaften Beschwerden und Instabilität. Mittelfristig bedeutet dies ein verfrühter Verschleiß des Gelenks (Arthrose) mit dauerhaften Beschwerden.

Auch ohne Verletzungen kann es im Alter zur Entstehung einer Arthrose kommen. Die Ursachen hier sind mannigfaltig. Fehlstellungen beispielsweise oder auch Stoffwechselerkrankungen können oft, wenn rechtzeitig erkannt und therapiert, behoben werden. Konservativ besteht die Möglichkeit der muskulären Stabilisierung, der Bekämpfung der Entzündungsreaktionen und des Knorpelaufbaus mittels Infiltrationen. Auch am Kniegelenk kann eine minimalinvasive Operation mittels Arthroskopie durchgeführt werden. Bei einem Meniskusriss muss der Meniskus nicht immer entfernt werden, sondern kann auch je nach Rissform und wenn dieser schnell erkannt wird, refixiert werden. Kreuzbänder können mit körpereigenen Sehnen ersetzt werden, um das Kniegelenk wieder sicher zu stabilisieren. Sogar eine Knorpelrekonstruktion ist möglich. Ist eine rekonstruktive Therapie nicht mehr Erfolg versprechend, kann mittels gezielter Endoprothetik erneut eine ungeahnte Lebensqualität erreicht werden.

Schultergelenk

Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers. Es ist deutlich geringer knöchern geführt als zum Beispiel das Hüftgelenk, sondern wird vornehmlich durch Muskulatur und Sehnen stabilisiert. Dies ermöglicht die hohe Beweglichkeit für den Einsatz der gesamten oberen Extremität. Funktioniert das Schultergelenk nicht vollständig, so zeigen sich Schwierigkeiten am ganzen Arm – vom Ellenbogen bis zur Hand. Diese hohe Mobilität macht das Gelenk sowohl anfällig für Verletzungen als auch für Verschleiß. Ursachen für schmerzhafte Beschwerden sind mannigfaltig, denn die Schulter besteht aus zahlreichen Einzelstrukturen, nämlich: der Gelenkpfanne, dem Oberarmkopf und angrenzenden Oberarm, dem Labrum, das die Konkavität des Gelenkes erhöht, der Gelenkkapsel mit Duplikaturen, der Bizepssehne, der Rotatorenmanschette, den Schleimbeuteln, dem Schulterdach, dem Schultereckgelenk mit zugehörigen Bändern, dem Rabenschnabelfortsatz mit den anhängenden Muskeln, dem Schlüsselbein, dem Schulterblatt und der umgebenden Muskulatur. Jede dieser einzelnen Strukturen kann für sich oder in Kombination an Beschwerden beteiligt sein.

Eine Therapie an der Schulter richtet sich mehr als an jeder anderen Stelle an die Ursache. Sie reicht von entzündungshemmenden Medikamenten, Infiltrationen, stabilisierender oder auch je nach Erkrankung mobilisierender Physiotherapie über die Stoßwellenbehandlung und den Knorpelaufbau bis hin zur operativen Therapie. Viele dieser Operationen können mittlerweile sehr schonend als arthroskopische minimalinvasive Operationen, mit der sogenannten Schlüssellochchirurgie, durchgeführt werden. Am häufigsten kommt es zu reparativen Eingriffen der Sehnen und zu Stabilisierungen des Gelenks. Der Ersatz des verschlissenen Schultergelenks bei einer Omarthrose mittels Endoprothese wird über eine minimalinvasive offene operative Therapie durchgeführt. Oft kommt es durch Stürze oder andersartige Unfälle zu Brüchen an oder um die Schulter. Weit häufiger sind jedoch Beteiligungen der Weichteilstrukturen.

Es muss nicht immer operiert werden. Viele Beschwerden können konservativ ohne eine Operation behoben werden. Wenn eine Operationsindikation besteht, kann eine große Anzahl an Eingriffen minimalinvasiv durchgeführt werden.

ORTHEGA – Orthopädie am Englischen Garten
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