Fachbeitrag Gastroenterologie

Gastroenterologie – weil Magen und Darm zusammengehören

Von Dr. med. Harald Plass, Internist und Gastroenterologe

Als Teilgebiet der Inneren Medizin deckt die Gastroenterologie medizinisch den gesamten Verdauungstrakt ab. Bei den Mengen, die wir Menschen pro Tag essen, müssen Magen, Darm und andere an der Verdauung beteiligte Organe sehr viel leisten. Nach Passage durch den Magen, der vor allem eine Reservoirfunktion hat, erfolgt der Transport in den Dünndarm, wo die Verdauungssekrete aus der Bauchspeicheldrüse für ein basisches Milieu sorgen und die eigentliche Verdauung beginnt. Alle Nährstoffe werden hier verdaut und vom Körper über die Blutbahn aufgenommen. Der Rest wird in den Dickdarm transportiert, durch Wasserentzug eingedickt und schließlich über den Enddarm ausgeschieden. Wird dieses komplexe System durch Krankheiten beeinflusst, kann der physiologische Verdauungsvorgang nicht mehr funktionieren. Deshalb stützt sich die Gastroenterologie als Fachgebiet auf drei Säulen: Diagnostik, Therapie und Prävention.

Magen-Darm-Probleme können viele Ursachen haben

Oftmals sind es lediglich harmlose bakterielle oder virale Infektionen, die dazu führen, dass Montezumas Rache über uns hereinbricht. Es gibt aber auch andere, schwerwiegendere Ursachen dafür, dass die Verdauung aus den Fugen gerät. Je länger Bauchbeschwerden bestehen, desto dringlicher sollten sie abgeklärt werden. Mittels modernster Methoden sind Gastroenterologen heute in der Lage, schnell und präzise die Ursachen für schwere Magen- Darm-Erkrankungen wie Geschwüre, Polypen oder Tumoren zu diagnostizieren und entsprechend zu behandeln.

Endoskopische Techniken für Diagnose und Therapie

Der medizinische Fortschritt macht es heute möglich, Diagnostik und Therapie innerhalb eines einzigen Arztbesuches miteinander zu verbinden. Die Endoskopie ist heute durch neue Sedierungsmethoden eine völlig schmerzfreie Untersuchung, die eine hervorragende Diagnostik mit Therapie in der gleichen Sitzung ermöglicht. Polypen – das sind gutartige Wucherungen im Magen-Darm-Trakt – können noch während der Endoskopie entfernt werden. Bei anderen Auffälligkeiten können kleine Proben zur mikroskopischen Untersuchung entnommen werden. In manchen Fällen kann die Diagnose auch mit einer kleinen Ultraschallsonde (Endosonografie) gestellt werden. Stationär können größere Eingriffe endoskopisch durchgeführt werden, die früher eine Operation erforderlich gemacht hätten. Dazu gehört unter anderem die Abtragung großer Polypen, die Erweiterung von Verengungen oder auch die Entfernung von Steinen aus dem Gallengang.

Neue medikamentöse Therapien

Bei den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie der Colitis ulcerosa oder dem Morbus Crohn gibt es zahlreiche neue Medikamente, die wie nie zuvor eine individualisierte Therapie ermöglichen. Bei verschiedenen Typen der chronisch-viralen Hepatitis machen neue Interferon-freie Therapien Heilungsraten möglich, die noch vor wenigen Jahren unerreichbar erschienen.

Hightech in Kapselform als Alternative zur Darmspiegelung

Da die Darmspiegelung bei manchen Patienten ein unüberwindbares Angstgefühl auslöst, die Prävention bei über 50-jährigen Patienten aber extrem wichtig ist, wird heute bereits die Videokapselendoskopie als Alternative angeboten. Leider werden die Kosten für diese Untersuchung von den Krankenversicherungen noch nicht übernommen – es bleibt zu hoffen, dass sich dies in den nächsten Jahren ändern könnte.

Centrum für ambulante Gastroenterologie, Dr. med. Harald Plass
Centrum für ambulante Gastroenterologie, Dr. med. Harald Plass
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