Fachbeitrag Hüftdysplasie

Hüftdysplasie – Hüftscreening so früh wie möglich

Von Dr. Annemarie Schraml, Chefärztin der Kinderorthopädischen Chirurgie an der Cnopf’schen Kinderklinik in Nürnberg

Bei einer Hüftreifungsstörung (Hüftdysplasie) handelt es sich um eine Reifungsverzögerung der Hüfte, bei der die Hüftpfanne häufig zu klein und zu steil angelegt ist. Als Folge umschließt das Hüftpfannendach nicht den Hüftkopf, sondern überdacht diesen nur unzureichend. Etwa drei Prozent der Kinder werden mit einer Hüft dysplasie geboren. Im Unterschied zur Hüftreifungsstörung ist bei der Ausrenkung der Hüfte der Hüftkopf „dezentriert“, das heißt der Hüftkopf befindet sich nicht mehr in der minderent wickelten Hüftpfanne.

Das Hüftscreening

Die Ultraschalluntersuchung ist die beste Untersuchungsmethode, die, wenn möglich, unmittelbar nach der Geburt durchgeführt wird. Jedoch ist diese in Deutschland erst bei der U3, also der Vorsorgeuntersuchung im Alter von vier bis sechs Wochen, vorgeschrieben. Bei Risikofaktoren für eine Hüftdysplasie, wie positiver Familienanamnese, Beckenendlage oder Begleitfehlbildungen, sollte die Ultraschalluntersuchung frühestmöglich durchgeführt werden. Diese Ultraschalluntersuchung verläuft schmerzlos und ohne jegliche Strahlenbelastung und ist heutzutage die Standarduntersuchung im ersten Lebensjahr.

Behandlung einer Hüftdysplasie

Die Behandlung einer Hüftdysplasie beginnt unmittelbar nach der Diagnosestellung, da die Nachreifungstendenz umso besser ist, je früher die Therapie eingeleitet wird. Bei frühzeitiger Diagnosestellung kann die Behandlung in den meisten Fällen ohne Operation, also konservativ, erfolgen. Dann wird eine Orthese zur Nachreifungstherapie in Beuge-Spreiz-Stellung angelegt. Dadurch lässt sich das Hüftpfannendach vom Druck des Hüftkopfes entlasten und kann optimal nachreifen.

Ist die Hüfte ausgerenkt, wird nach dem Einrenken eine Ruhigstellung im Becken-Bein-Gips nach Fettweis durchgeführt. Bei verzögerter Diagnosestellung ist zum Teil eine operative Einrenkung, gegebenenfalls mit nachfolgenden gelenkverbessernden operativen Maßnahmen notwendig.

Nachsorge ist wichtig

Die Nachsorge läuft bis zum Wachstumsabschluss. Dies ist notwendig, da ein ursprünglich dysplastisches Hüftgelenk einer regelmäßigen Kontrolle bedarf, um rechtzeitig ein dem jeweiligen Befund entsprechendes Behandlungskonzept entwickeln zu können. So können in jedem Alter Korrekturoperationen an der Hüftpfanne beziehungsweise am Oberschenkel erforderlich werden.

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Von Prof. Dr. Michael Schroth, Chefarzt der Neonatologie und Kinder-Intensivmedizin im Perinatalzentrum Cnopfsche Kinderklinik in Nürnberg

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