Fachbeitrag Implantologie

Implantate sind für (fast) jeden Patienten geeignet

Von Dr. med. dent. Felix Weiser

Dr. med. dent. Felix Weiser

Was sind Implantate?

Implantate sind Schrauben mit einer Länge von 4 bis 14 Millimeter und einem Durchmesser von 3,3 bis 4,8 Millimeter, die nach entsprechender Vorbereitung in den Kieferknochen eingeschraubt werden. Sie bestehen je nach Hersteller aus einer spezifischen Titanlegierung oder aus Zirkoniumdioxid. Nach einer Einheilphase von drei bis neun Monaten können auf diese Implantate dann verschiedene (Aufbau)Elemente geschraubt werden, um je nach individueller Situation einen Zahnersatz daran zu befestigen.

Ich habe Parodontitis. Kann ich trotzdem mit Implantaten versorgt werden?

Bei der Parodontitis handelt es sich um eine bakteriell bedingte Entzündung des Zahnfleisches, bei der es bereits zu einer weitgehend irreversiblen Zerstörung von Teilen des Zahnhalteapparates (Bindegewebe und Knochen) gekommen ist. Parodontitis fasst man heute nicht als lokale Erkrankung des Zahnfleisches auf, sondern als Entzündungserkrankung. Bei einer Parodontitis ist nicht nur das Zahnfleisch erkrankt, sondern der ganze Patient (Quelle: KZVB).

Eine nicht behandelte Parodontitis ist eine Kontraindikation für das Setzen eines Implantates. Die erhöhte Bakterienzahl, die aufgrund des chronisch entzündeten Zahnfleisches in der Mundhöhle vorherrscht, erhöht die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass das Implantat nicht einheilt. Darum muss bei der Implantatplanung der Patient auf eine eventuelle Parodontitis untersucht werden. Wird diese diagnostiziert, ist sie vor der Implantation zu therapieren. Erst wenn die Zahnfleischtaschen entzündungsfrei sind, kann mit der Implantatplanung fortgefahren werden.

Habe ich Beschwerden nach dem Eingriff?

Die Implantation ist sowohl während des Eingriffes als auch bei der Nachsorge mit weniger Risiken und Schmerzen verbunden als eine Zahnextraktion. In den ersten Tagen nach dem Setzen des Implantats können Wundschmerzen selten ganz vermieden werden, fallen aber oft nur sehr gering aus. Meist reicht schon eine Schmerztablette am Tag des Eingriffes aus. Bei größeren Knochenaufbaumaßnahmen sind kleine Hämatome und eine moderate Schwellung im Gesichts- und Halsbereich für die ersten Tage nach dem Eingriff nicht zu vermeiden. Diese können aber durch konsequentes Kühlen des OP-Bereiches klein gehalten werden. Nachblutungen sind auch bei Patienten, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, selten, da das Wundgebiet zur Einheilung der Implantate dicht vernäht werden muss. Auch Infektionen des OP-Bereiches sind selten, da der Eingriff unter sterilen Bedingungen erfolgt.

Gibt es Alternativen zum Implantat?

Grundsätzlich gibt es immer Alternativen zum Implantat, über die auch stets aufgeklärt werden sollte. Fehlen nur einzelne Zähne, können diese meist durch Brückenversorgungen ersetzt werden. Der Vorteil von Implantaten hierbei ist, dass die Zahnhartsubstanz der die Lücke begrenzenden Zähne geschont werden kann. Ist diese bereits durch Karies zerstört oder weisen die Zähne große Füllungen auf, ist eine Brückenversorgung der Implantatversorgung in Qualität und Ästhetik gleichzusetzen.

Oft jedoch ist die Versorgung mit Implantaten die einzige Möglichkeit für einen festsitzenden Zahnersatz. Dies trifft meist dann zu, wenn man in einem Bereich des Kiefers eine verkürzte Zahnreihe hat, sprich, die hinteren Zähne fehlen, also die Lücke nicht mehr von beiden Seiten von Zähnen begrenzt ist. In solchen Fällen ist die Alternative zum Implantat ein herausnehmbarer Zahnersatz.