Fachbeitrag Kardiologie

Kardiologie ist eine Herzensangelegenheit

Von Dr. Klara Laschinger-Oestreicher, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie

Funktion des Herzens und Aufgaben des Kardiologen

Das Herz kann man sich als den Motor unseres Körpers vorstellen. Die beiden Herzkammern arbeiten wie Pumpen, um den kleinen Lungenkreislauf und den großen Körperkreislauf in Bewegung zu halten. Die Herzklappen wiederum sind die Ventile dieses Motors. Die Rhythmik des Herzens, zur Steuerung des Pumporgans, wird durch die Elektrik koordiniert. Knirscht es in diesem feinen Getriebe, ist der Kardiologe gefragt. Die Aufgabe des Herzspezialisten ist es, Störungen der Teilfunktionen und in den Strukturen des Herzens aufzudecken, zu behandeln und so gut wie möglich zu beheben. In den Industrieländern sind die Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems die häufigste Todesursache.

Vorbeugen ist die beste Medizin

Wesentliche Ursachen für Arteriosklerose, also Gefäßverkalkungen, sind vorhergehende Stoffwechselerkrankungen wie Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus oder Übergewicht. Bluthochdruck und Rauchen sowie Bewegungsmangel tun ihr Übriges, um das Herz-Kreislauf-System zu gefährden. Deshalb wird das Augenmerk in der Kardiologie mehr und mehr auf die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gefäßschädigungen gelegt.

Dem Kardiologen steht dabei zur Diagnose ein fest definiertes Leistungsspektrum zur Verfügung. Hierzu gehören sämtliche nicht invasive kardiologische Leistungen wie EKG, Ultraschalluntersuchung des Herzens, Belastungs-EKG, Langzeit- EKG zur Überprüfung von Rhythmusstörungen, Belastungsultraschalluntersuchungen, Schrittmacher- und AICD-Kontrollen. Des Weiteren zählen freilich auch die Herzkatheteruntersuchungen dazu, die auch ambulant angeboten werden.

Der Mensch im Mittelpunkt

Gerade in der kardiologischen Praxis steht der Mensch in seiner persönlichen Situation im Vordergrund der Bemühungen. In der persönlichen Beratung des Herz-Kreislauf-Patienten vollzieht der Kardiologe täglich den Spagat zwischen technisch gestützter Diagnostik als moderner kardiologischer Dienstleistung und der Lebensbegleitung chronisch Kranker. Die Zusammenarbeit mit anderen Fachgebieten, vor allem aber mit den Hausärzten, ist dabei selbstverständlich.

Der Kardiologe als Brücke zwischen Klinik und Hausarztpraxis

Der niedergelassene Kardiologe fungiert als unentbehrliche Brücke zwischen ambulanter und stationärer Versorgung: Durch die persönliche Beratung und Begleitung von Herzpatienten trifft er die Entscheidung über die Behandlungsform. Oft können so stationäre Behandlungen verhindert, vermieden oder deutlich verkürzt werden.

„Das Ohr am Herzen, das Auge auf dem Menschen“

So arbeitet der Kardiologe täglich sozusagen „mit dem Ohr am Herzen und dem Auge auf dem Menschen“ in seiner persönlichen Lebensführung. Mithilfe differenzierter Diagnostik und durch die Betrachtung des psychischen und physischen Gesamtzustandes des Betroffenen leitet der Kardiologe die optimale Therapie ab.