Immobilienverkauf

Beste Zeiten für den Immobilienverkauf – die Immobilienauktion

Von Brigitte Konzog, Immobilienwirtin (Dipl.-VWA Freiburg) und Auktionatorin

Brigitte Konzog, Immobilienwirtin

Kunst- und Antiquitätenauktionen sind beliebt. Auktionatoren genießen einen guten Ruf und profitieren von der Bekanntheit der internationalen Auktionshäuser wie Sotheby’s und Christie’s und deren von der Öffentlichkeit viel beachteten Ergebnissen. Sie gelten auch als Vorbild für Grundstücksauktionen, wie sie in den deutschen Großstädten schon seit Jahren erfolgreich praktiziert werden.

Diese Vermarktungsform eignet sich für die Objekte, die aufgrund ihrer Gegebenheiten, insbesondere der Lage, auf ein sehr großes Interesse treffen und deren Wert von potenziellen Interessenten höher eingeschätzt wird als von den durchschnittlichen Marktteilnehmern. Bei selten angebotenen und exklusiven Lagen kann die persönliche Wertschätzung höher liegen als der Marktwert. Das Ersteigern von Immobilien ist ein Erfolgserlebnis. Durch die Konkurrenzsituation werden oft bessere Preise und schnellere Ergebnisse erzielt als im konventionellen Immobilienverkauf.

Die Gesetzesgrundlage bildet hierfür der § 34 b der Gewerbeordnung für die Versteigerung von Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten. Hierin ist geregelt, dass zur Zulassung zum Auktionator auch Wert auf dessen Bewertungskompetenz gelegt wird und der Ablauf einer Auktion behördlich durch die zuständige Industrie- und Handelskammer und das Amt für öffentliche Ordnung überwacht wird.

Einlieferungsvertrag

Zwischen dem Grundstücks- beziehungsweise Hauseigentümer oder auch einer Erbengemeinschaft und dem Auktionshaus wird ein Einlieferungsvertrag geschlossen. Die Festlegung der Höhe des Mindestgebotes erfolgt durch ein qualifiziertes Verkehrswertgutachten nach den Vorgaben des § 194 Baugesetzbuch (Verkehrswert). Die Markterfahrung des Experten und der Vergleich mit ähnlichen Immobilien, die aktuell gehandelt wurden, bilden eine wichtige Grundlage für die Wertfindung. In dem Vertrag sollte zudem die Laufzeit des Verfahrens, also die Vermarktungszeit bis zum Termin der Versteigerung, genannt sein. Im Einlieferungsvertrag sollten sowohl die Werbemaßnahmen (Veröffentlichung in den Medien) als auch die Besichtigungsmodalitäten (Einzel- oder Open-House-Termine) beinhaltet sein. Wesentlicher Vertragsbestandteil ist das Honorar beziehungsweise die Courtage, die vom Verkäufer zu bezahlen ist. Für den Käufer (Meistbietender) fällt ein Agio (Aufgeld) an.

Vermarktung

Den Bietern müssen alle Eigenschaften und Bedingungen der Immobilie bekannt gemacht werden. Um hier Sicherheit zu geben, prüft der Auktionator sämtliche Unterlagen wie Grundbuchauszüge, Baupläne, Mietverträge oder Vertragslaufzeiten. Wie auch beim konventionellen Immobilienverkauf werden die üblichen Werbemaßnahmen wie Inserate in den Immobilienportalen und den lokalen und überregionalen Printmedien gemäß des Einlieferungsvertrages genutzt. Den Interessenten wird vor der Auktion Gelegenheit gegeben, das Anwesen beziehungsweise das Grundstück intensiv zu besichtigen.

Schon während der Angebotszeit und vor der eigentlichen Auktion können Interessenten ein Angebot abgeben. Dieses muss jeweils mit einem Finanzierungs- oder Kapitalnachweis hinterlegt sein. Der Auktionator teilt den weiteren Bewerbern das jeweilige Höchstgebot regelmäßig mit.

Auktion

Bei der Auktion startet das Objekt entweder mit dem Mindestgebot, falls dieses bereits überboten wurde, mit dem bisher bekannten Höchstgebot. Nach dreimaligem Aufruf des Höchstgebotes erfolgt der Zuschlag an den Meistbietenden. Nach der Auktion folgt dann zeitnah die notarielle Beurkundung der ersteigerten Immobilie zwischen Verkäufer und Käufer. Insgesamt werden sämtliche Schritte des Auktionsverfahrens fachkundig durch den zuständigen Auktionator begleitet, um einen erfolgreichen Abschluss zu gewährleisten.

Konzog Immobilien
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