Brandschutz

Brandschutz mit Spezialtüren aus Holz erfüllt die Feuerprobe

Von Andreas Träg, geschäftsführender Gesellschafter der Schreinerei Heinz Träg GmbH und Obermeister der Schreinerinnung Regensburg

Andreas Träg

Beim Brandschutz entscheiden Minuten über Leben und Tod. Viele Bauherren unterschätzen dennoch das Risiko und sind nachlässig, wenn es darum geht, das Übergreifen von Feuer und Rauch in einem Gebäude professionell zu verhindern. Für die verantwortlichen Architekten und Planer kommt das böse Erwachen meist erst bei der feuerpolizeilichen Abnahme.

Selbst beim Bau von Feuerschutztüren greifen Schreiner gern zum Wunderrohstoff Holz sowie Holzwerkstoffen, die zu einem technischen Verbund kombiniert werden. Es muss sich also um ein ganz spezielles Material handeln, das man im Kamin verheizen kann, welches aber auch dem Brandschutz dient. Trotz einer Hitze von bis zu 850 Grad Celsius – das ergaben zahlreiche Tests – kann Feuer nicht durch die Tür dringen, selbst wenn das Türblatt etwa schon bis zur Hälfte durchgebrannt ist.

Bis die Feuerwehr eintrifft, so sieht es die Bauordnung vor, müssen Brandschutz- und kombinierte Feuerund Rauchschutztüren die Menschen schützen. Die im Wohnungsbau üblichen feuerhemmenden Türen halten im Durchschnitt für mindestens 30 Minuten die Flammen zurück (T30). Eine aufwendige interne Isolierung auf der feuerabgewandten Seite begrenzt den Temperaturanstieg der Oberfläche im Mittel auf 140 Grad Kelvin. Zugelassene Feuerschutzabschlüsse verfügen zudem meist über eine vierseitig umlaufende, technisch wirksame, dauerelastische Dichtung, die auch die Anforderung an rauchdichte Türen nach DIN 18095 erfüllt.

Schutzfunktion des Holzes

Brandschutz mit Holz ist keine Hexerei, sondern reales Vorgehen mit hölzerner Standfestigkeit. Kleinholz brennt schnell, ein dickes Holzscheit brennt langsam ab und bewahrt noch nach Stunden seine Form. Diese Schutzfunktion des Holzes liegt im Verbrennungsprozess zu Holzkohle begründet. Sobald die Holzkohleschicht eine bestimmte Dicke erreicht hat, brennt das Holz nicht mehr weiter. Je nach Holzart beträgt die Brandgeschwindigkeit etwa 0,6 bis 0,8 Millimeter pro Minute. Holztüren halten selbst bei einer Dicke von „nur“ vier bis fünf Zentimetern dem Feuer stand. Spezialmaterialien im Türfalz oder im Schlossbereich verhindern einen Branddurchtritt an kritischen Stellen.

Die Anforderungen an den Brandschutz bei Neubauten und Renovierungen werden in Deutschland und auf EU-Ebene von Jahr zu Jahr anspruchsvoller: In Deutschland wird das Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen derzeit nach DIN 4102 beurteilt. Zulassungen für Feuerschutzabschlüsse analog dieser Norm stellt bislang nur das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) in Berlin aus. Anders als beispielsweise Außentüren und Fenster, für die bereits eine CE-Kennzeichnungspflicht besteht, ist diese für Innentüren mit und ohne Brand- und Rauchschutzfunktion verschoben worden.

CE-Kennzeichnung verschoben

Die Europäische Kommission hat die Koexistenz der DIN 4102 mit der EN 16034 – als Meilenstein für den Brand- und Rauchschutz von Türen, Fenstern und weiteren Abschlüssen gedacht – um fast ein Jahr verschoben. Diese soll jetzt ab dem 1. September 2016 bis zum 1. September 2019 gelten. Mit der CE-Kennzeichnu ng für Brand- und Rauchschutzprodukte sollten die in Deutschland üblichen allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) für Feuerschutzabschlüsse als auch die für den Rauch relevanten allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisse (abP) ersetzt werden.

Stilvolle Türen mit robuster Schutzfunktion

Holz macht es möglich: Die Vielseitigkeit des Rohstoffs erlaubt es, die optische Ästhetik der Räume zu belassen und trotzdem alle Erfordernisse des Brandschutzes zu erfüllen. Mit den verschiedenen Oberflächen bleibt das wohnliche Ambiente erhalten, Design und Funktion ergänzen sich ideal. Die Feuerprobe beim Brandschutz bestehen Holzspezialtüren souverän.

Schreinerei Heinz Träg GmbH
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