Chirurgie/Handchirurgie

Komplexe Strukturen verlangen erfahrene Spezialisten

Von Dr. Ulrich Bartelmann, Handchirurg

Dr. Ulrich Bartelmann, Handchirurg

Komplexes Gelenk

Das Handgelenk ist eines der kompliziertesten Gelenke des menschlichen Körpers. Es besteht aus der Speiche, der Elle, der Handwurzel, den Mittelhandknochen und dem ellenseitigen Faserknorpelkomplex (Diskus). Eine Vielzahl kleiner Gelenke ermöglicht ein differenziertes Bewegungsmuster.

Die Handwurzel besteht aus acht kleinen Knochen, die über spezielle Bänder miteinander in Verbindung stehen. Kommt es zu einem Bruch eines dieser Knochen oder zum Riss eines Bandes, wird die Handwurzel instabil. Folge ist eine Fehlstellung der Handwurzelknochen, sie nutzen sich ungleichmäßig ab und es entsteht eine Arthrose.

Verletzungen des Kahnbeins

Einer der wichtigsten Knochen der Handwurzel ist das Kahnbein. Brüche des Kahnbeins entstehen meistens durch einen Sturz auf das überstreckte Handgelenk oder durch eine plötzliche gewaltsame Überstreckung, zum Beispiel durch einen scharf geschossenen Ball. Oft bestehen anfangs keine oder nur geringe Schmerzen. In den Röntgenaufnahmen lässt sich die feine Bruchlinie nicht immer erkennen. Aus diesen Gründen unterbleibt häufig die notwendige Therapie. Die Betroffenen melden sich erst bei zunehmenden Schmerzen. Dann besteht meist ein sogenanntes Falschgelenk, das heißt ein nicht verheilter Bruch. In diesem Fall muss das Kahnbein durch Einsetzen eines Knochenspans (vom Beckenkamm) und Verschraubung rekonstruiert werden. Wenn jedoch bereits ein Abrieb des Knorpels aufgetreten ist, bleibt meist nur die Teilversteifung des Handgelenks.

Diagnose und Therapie beim Kahnbeinbruch

Das lässt sich vermeiden, wenn der Bruch frühzeitig erkannt und behandelt wird. Die Standarduntersuchung bei einem Verdacht ist das Dünnschicht-CT in der Längsachse des Kahnbeins. Handelt es sich um einen stabilen Querbruch in der Mitte, kann ohne Operation in einer Unterarmschiene behandelt werden. Zu empfehlen ist jedoch die Operation, bei der eine Spezialschraube mit Doppelgewinde über einen kleinen Schnitt eingebracht wird. In vielen Fällen ist danach nur eine Ruhigstellung für wenige Tage nötig. Bei instabilen Brüchen ist immer die Operation notwendig. Die Vielzahl der Bruchformen erfordert eine differenzierte Behandlung durch den Handchirurgen.

Bandverletzung der Handwurzel

Zu erwähnen ist hier die Verletzung des sogenannten SL-Bandes. Dieses Band ist eines der wichtigsten Stabilisatoren der Handwurzel. Bei einer Verletzung, zum Beispiel durch einen Sturz auf das überstreckte Handgelenk, kann das Band reißen. Bei Nichtbehandlung kommt es, ähnlich wie nach einem nicht versorgten Kahnbeinbruch, zu Arthrose. Auch der ellenseitige Faserknorpelkomplex (Diskus) kann verletzt werden. Symptome sind ellenseitige Handgelenkschmerzen sowie Schmerzen bei der Umwendbewegung.

Vorgehensweise bei Handgelenksverletzungen

Am Anfang der Behandlung von Handgelenksverletzungen steht die Untersuchung des Handgelenks durch den Handchirurgen. Weiterführende Untersuchungen sind Röntgenaufnahmen und eine Kernspintomografie. Ergibt sich dabei der Verdacht auf eine Bandverletzung, sollte die Spiegelung des Handgelenks geplant werden. Es handelt sich hierbei um einen kleinen Eingriff unter ambulanten Bedingungen. Dabei gelangt man mit einem feinen, nur 2,5 Millimeter durchmessenden Instrument in das Handgelenk.

Bei der Spiegelung lassen sich Verletzungen der Bänder der Handwurzel und Verletzungen des ellenseitigen Faserknorpelkomplexes sowie entzündliche Veränderungen im Innenraum des Gelenks nicht nur sicher feststellen oder ausschließen, sondern teilweise sogar gleich während der Spiegelung behandeln. Manchmal ist auch eine weitere Operation notwendig.

Unsere Hände – anatomische Meisterwerke, die meisterlich behandelt werden müssen
Chirurgie/Handchirurgie

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Von Dr. med. Ulrich Bartelmann, Handchirurg

Praxis für Handchirurgie Dr. med. Ulrich Bartelmann
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