Fuß/Sprunggelenk

Wieder auf die Füße kommen: Modernste Operationsmethoden helfen bei schwerwiegenden Fußproblemen

Von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Joachim Grifka, Direktor der Orthopädischen Klinik für die Universität Regensburg im Asklepios Klinikum Bad Abbach

Unsere Füße werden täglich tausendfach belastet. Störungen der Fußgesundheit haben oft starke Schmerzen und empfindliche Einschnitte im täglichen Leben von Patienten zur Folge. Diesen Patienten im wortwörtlichsten Sinn möglichst schnell wieder auf die Füße zu helfen, ist das Ziel jeder medizinischen Behandlung. Oberster Grundsatz dabei ist, mit konservativen Maßnahmen eine Linderung der Beschwerden zu erzielen. Ist die Lebensqualität des Patienten jedoch tiefgreifend eingeschränkt, hilft oft nur noch eine Operation.

Viele OP-Möglichkeiten beim Hallux Valgus

Jeder achte Deutsche leidet beispielsweise an einem Hallux Valgus und den damit verbundenen schmerzhaften Problemen mit dem großen Zeh. Für sie wird jeder Schritt zur Qual. Die Disposition dazu kann angeboren sein, aber auch das Tragen zu enger und hochhackiger Schuhe kann eine der Ursachen sein. Gibt es keine andere Möglichkeit mehr, die Stellung der Großzehe zu korrigieren, ist eine Operation erforderlich. Dabei ist es wichtig, dass entsprechend der biomechanischen Veränderung, die zur Schiefstellung geführt hat, eine schonende Operationstechnik gewählt wird. Korrespondierend zu den individuellen Voraussetzungen eines Patienten stehen dem Operateur dabei über 100 mögliche Operationsverfahren zur Verfügung. Sie alle haben das eine Ziel: den Fuß wieder schmerzfrei und in vollem Umfang beweglich zu machen.

Von kleinen Spezialimplantaten bis zu Sprunggelenkprothesen

Hoch ist auch die Anzahl der Menschen, deren Gelenke sich mit zunehmendem Alter abgenutzt haben. Der Ersatz des Knie- und des Hüftgelenks sind mittlerweile Standard. Galt bei einer fortgeschrittenen Arthrose des oberen Sprunggelenks noch vor etlichen Jahren dessen Versteifung als einzige Behandlungsmöglichkeit, so kann auch dieses Gelenk heute vermehrt durch eine Prothese ersetzt werden. Die Erfolgsaussichten lassen sich mittlerweile mit denen der Knie- und Hüft-Totalendoprothese vergleichen.

Ist der Mittelfußknochen von Arthrose befallen, hat sich als hervorragende Lösung ein kleines Spezialimplantat durchgesetzt, das wenig aufträgt, aber genauso sicher wie das herkömmliche große Implantat ist. Ein hochmodernes Verfahren sieht vor, bei Knorpelverletzungen des oberen Sprunggelenks Knorpeltransplantationen durchzuführen. Besonders Sportler sind dankbar, wenn dadurch Beweglichkeit und Belastbarkeit des Sprunggelenks wiederhergestellt werden. Knorpelrekonstruktionen des Sprungbeins können häufig bereits minimalinvasiv durchgeführt werden. Die Wiederherstellung einer gerissenen Achillessehne übrigens auch. Die Vorteile für die Wundheilung und die schnelle Erreichung der Beweglichkeit liegen auf der Hand.

Das Diabetische Fußsyndrom

Ist eine Operation mitunter das Mittel der Wahl, um einem Patienten wieder zu Schmerzfreiheit und Lebensqualität zu verhelfen, so muss beim Diabetischen Fußsyndrom alles daran gesetzt werden, eine Amputation zu vermeiden. Der Orthopäde ist dabei Teil eines Netzwerks aus verschiedenen medizinischen Fachrichtungen. Auf wissenschaftlicher und klinischer Ebene konnten hier in den letzten Jahren gute Fortschritte erzielt werden. Spezielle Sprechstunden zum Diabetischen Fußsyndrom haben sich dabei sehr bewährt.