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Aktives Management in Umweltbelangen stärkt jedes Unternehmen

Von Dipl.-Ing. (FH) Thorsten Grantner, Umweltgutachter, Mitglied im Umweltgutachterausschuss des Bundesumweltministerium

Energiewende, Umweltschutz, Ressourceneffizienz und CSR sind kein momentaner Hype, sondern eine bleibende Anforderung. Damit verbunden ist eine lange Reihe von gesetzlichen Vorschriften für Unternehmen. Die Gesetzgebung auf EU-, Bundes- und Landesebene steht hier am Anfang und eine große Anzahl von Firmen wird sich damit zukünftig stärker beschäftigen müssen. Als Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Anwalt können Sie Ihre Mandanten auf die Chancen hinweisen, die ein aktives Management in Sachen Umwelt, Energie und Soziales mit sich bringen: Rechtssicherheit, neue Geschäftsmodelle und Vertrauen in die Marke.

Dazu drei Beispiele:

Beispiel 1 – das Energiedienstleistungsgesetz EDL-G: Die Pflicht zum Energieaudit ist seit März 2015 nationales Recht. Firmen, die bereits aktives Energiemanagement betreiben, verhalten sich nun automatisch gesetzeskonform und können sich besser bei Fördermitteln bedienen, um Stromsteuerrückerstattung und Zuschüsse zu beanspruchen. Haben sie sich bereits einem Qualifizierungsprozess durch Umweltgutachter unterzogen, wie dem EMAS-Siegel der Europäischen Union oder der ISO 50001, entfällt die Durchführung eines Energieaudits, weil die Anforderungen des EDL-G bereits erfüllt sind.

Auf die Zukunft vorbereitet

Beispiel 2 – Berichterstattungspflicht CSR und Due Diligence: Im Moment wird die EU-Richtlinie 2014/95/EU zur Pflicht der Berichterstattung über „nichtfinanzielle Aspekte“ in nationales Recht umgesetzt. Anfang 2017 wird es in Kraft treten. Es verpflichtet alle Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern, einen Nachhaltigkeitsbericht herauszugeben, der Angaben zur Corporate Social Responsibility CSR, Korruptionsbekämpfung und Nachhaltigkeit enthält. Vorausschauende Unternehmer generieren bereits relevante Daten. Dies sind Firmen, die ein integriertes Managementsystem wie EMAS oder GRI betreiben.

Beispiel 3 – Produkthaftung und Kreislaufwirtschaft: Aktuelle Themen in der EU, den USA sowie bei vielen multinationalen Firmen sind „Kreislaufwirtschaft, Produktsicherheit und Cradle to Cradle“. Die EU plant derzeit die Einführung sogenannter Umweltproduktdeklarationen, in denen jeder Hersteller für alle seine Produkte die Inhaltsstoffe und Umweltauswirkungen kenntlich machen muss. Relevante Schlagworte zur Recherche sind OEF, PEF, EPD, Ökodesign und Circular Economy. Energieausweise für Elektrogeräte oder der Nachweis von CO2-Emissionen bei Kfz sind bereits Pflicht. Das ist erst der Anfang. Auch hier gilt, dass ein progressiver Umgang mit künftigen Anforderungen ein aktives Risikomanagement darstellt und Innovation und Markenbildung fördert.

Risikomanagement

Wie wichtig ein funktionierendes Risikomanagement und Ehrlichkeit in Bezug auf Umweltrecht sind, zeigt aktuell das Beispiel VW. Die Auswirkungen des Versagens von Managementprozessen und einer falschen Strategie kann das gesamte Geschäftsmodell gefährden.

Kein „Management by Feuerwehr“

Über ihre Fachverbände können Unternehmen mit einem Umwelt- und Energiemanagement kommende Bestimmungen mitgestalten. Andere Firmen werden von Gesetzesänderungen wie vom sprichwörtlichen Blitz aus heiterem Himmel getroffen und müssen dann ein „Management by Feuerwehr“ betreiben. Wenn die Zeit drängt, müssen Unternehmen die Suche nach qualifizierten Dienstleistern übers Knie brechen. Aktives Handeln in Umweltbelangen und CSR als Teil der strategischen Unternehmensplanung schafft also einen Mehrwert für jede Firma. Zu strategischen Entscheidungen noch eine persönliche Erfahrung: Als großer Fan von simplen, aber wirkmächtigen Arbeitsabläufen gibt es für mich keine Investition mit mehr Rendite als die, sich Zeit zu nehmen, ein funktionierendes Managementsystem aufzubauen. Transparente Abläufe, klare Regelungen und informierte Mitarbeiter ermöglichen es, sich auf die strategische Entwicklung des Unternehmens zu konzentrieren.

OmniCert: die Umweltgutachter
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